Wer auf der Suche nach einem Job ist, kommt früher oder später am Schreiben und Versenden von Bewerbungsmappen nicht vorbei. Dabei ist die Erstattung von Bewerbungskosten ganz einfach möglich. In diesem Ratgeber verrate ich dir, wie du beim Versenden deiner Bewerbungen Geld sparen kannst, bzw. sogar die ganzen Kosten wieder erstattet bekommst.

Wie läuft die Erstattung der Kosten ab?

Erstattung-der-Bewerbungskosten

Die Erstattung von Bewerbungskosten ist pro Jahr auf 260€ begrenzt.

Leider bekommt nicht jeder in Deutschland die entstandenen Kosten für seine Bewerbungen erstattet. Lediglich folgende Personengruppen sind in Deutschland erstattungsfähig:

 

  • arbeitslose Personen
  • ausbildungssuchende Personen
  • von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen

 

Doch auch alle anderen gehen nicht vollständig leer aus. Sofern man mehr als 9 408€ im Jahr verdient, kann man die entstandenen Kosten von der Steuer absetzen.

Absetzung der Bewerbungskosten über die Steuer

Wer mehr als 9 408€ im Jahr verdient (Stand 2020) und keine der oben genannten Kategorien erfüllt, kann immer noch seine Bewerbungskosten von der Steuer absetzen. Bewerbungskosten fallen in der Steuererklärung unter die Kategorie “Werbungskosten”. Prinzipiell rechnet das Finanzamt mit 1000€ an Werbungskosten. Sollte man mehr als 1000€ Kosten haben, sollte man also unbedingt diese in der Steuererklärung mit angeben. Folgende Kosten können übernommen werden.

 

  • Druckerpapier
  • Toner (bis zu einem gewissen Maße)
  • Klebestifte
  • Bewerbungsmappen
  • Porto
  • Fachliteratur
  • Telefonkosten
  • etc.

Natürlich benötigst du für all deine Ausgaben, die du absetzen willst, einen Beleg als Nachweis für das Finanzamt.

Worauf muss ich beim Stellen des Antrags achten?

Den Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten wird in Deutschland bei der für dich zuständigen Arbeitsagentur gestellt. Der Antrag muss unbedingt vor dem Versenden der ersten Bewerbungen gestellt werden. Andernfalls ist eine Erstattung nicht möglich. Es gibt zwei verschiedene Formen der Erstattung.

Einerseits gibt es die Erstattung als Fixpreis. Hier wird pauschal 5€ pro versendete Bewerbung an dich ausgezahlt. Zudem gibt es noch die Erstattung nach Belegen. Um dies zu nutzen, musst du alle Belege sammeln, die die Kosten deiner Bewerbungen dokumentieren. Pro Jahr kannst du so bis zu 260€ an Kosten für Bewerbungen wieder erstattet bekommen.

Erstattung via Fixbetrag: So läuft es ab!

Bevor du deine erste Bewerbung verschickst, solltest du unbedingt deinen Sachbearbeiter in der zuständigen Arbeitsagentur kontaktieren, um einen Termin bei ihm persönlich auszumachen. Wenn du deine Bewerbungen schon versendet hast und erst danach einen Antrag stellst, wird dieser mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abgelehnt.

Im Normalfall erhältst du für jede versendete Bewerbung eine Pauschale von 5€. Bei manchen Arbeitsagenturen kann es auch ein bisschen weniger bzw. mehr sein. Im Antrag gibst du nun alle Daten an, die für deine Bewerbung wichtig sind. Das sind zum Beispiel:

  • Datum
  • Firma (Anschrift, Telefon, E-Mail Adresse)
  • Ansprechpartner in der Firma
  • Berufsbezeichnung
  • Art der Bewerbung (postalisch, per E-Mail)
  • Ergebnis der Bewerbung (abgelehnt, noch offen,etc)

Um den Antrag vollständig auszufüllen, benötigst du noch eine Sendebestätigung. Das kann zum Beispiel eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sein. Es werden nur postalisch versendete, sowie schriftliche Bewerbungen erstattet. 

Erstattung via Fixbetrag kurz zusammengefasst:

  1. Stelle einen Antrag bei dem für dich zuständigen Sachbearbeiter in der Arbeitsagentur
  2. Informiere dich, wie viel Geld du pro Bewerbung erstattet bekommst
  3. Fülle das Formular mit allen wesentlichen Daten aus
  4. Füge Kopien von Sendebestätigungen an (Eingangsbestätigung, Einladung zum Vorstellungsgespräch)
  5. Beachte, dass du maximal nur 260€ erstattet bekommen kannst.

Erstattung der Bewerbungskosten über Belege

Die Erstattung der Bewerbungskosten über Belege ist der zweite Weg, um sein Geld wieder zu bekommen. Hierfür sammelst du einfach alle Belege, die etwas mit deinen Bewerbungen zu tun haben. Ganz wichtig ist, dass du im Vorhinein einen Antrag auf Erstattung stellst.

Das machst du am besten bei deinem zuständigen Sachbearbeiter in der Arbeitsagentur. Eine Liste aller Dinge, die du dir erstatten lassen kannst, findest du hier. Um dein Geld wieder zu bekommen benötigst du unbedingt einen Nachweis. Der Nachweis muss belegen, dass du die Bewerbungsunterlagen abgesendet hast. Das kann zum Beispiel eine Zusage oder eine Eingangsbestätigung sein.

Erstattung der Bewerbungskosten über Belege – Zusammenfassung

  1. Stelle einen Antrag beim zuständigen Sachbearbeiter
  2. Sofern der Antrag genehmigt ist, kannst du nun die notwendigen Dinge für deine Bewerbung besorgen
  3. Kümmere dich um Nachweise für deine Bewerbungen (Einladung zum Vorstellungsgespräch etc.)

Das solltest du unbedingt beachten, um eine Erstattung zu erhalten!

Um auf jeden Fall eine Erstattung der Bewerbungskosten zu erhalten gibt es ein paar wenige Dinge, die du auf jeden Fall beachten solltest.

  1. Nur schriftliche sowie postalisch zugestellte Bewerbungen sind erstattungsfähig
  2. Bewerbungskosten werden nicht rückwirkend erstattet. Bevor du deine erste Bewerbung versendest, solltest du Rücksprache mit deinem Sachbearbeiter vom Arbeitsamt halten
  3. 260€ werden pro Jahr maximal erstattet

 

Sie lesen: Erstattung von Bewerbungskosten: So funktioniert es!